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Vom 12. bis 28. Oktober befindet sich Pastor  Heling im Urlaub. Er wird in dieser Zeit bei Beerdigungen, ...
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Wenn man es nicht selber sieht und miterlebt, so hält man es kaum für möglich -  täuschend ...

Die Kirche zu Schönwalde

Bild Die Kirche und der Ort (Sconewolde) werden erstmals erwähnt in einer Urkunde aus dem Jahre 1240. Die von Lübecker Benediktinermönchen angelegte Kirche gehört zu einer Reihe jüngerer Feldsteinkirchen, die zum Ende der Kolonisationszeit in Ostholstein errichtet wurden. In der vom Abt Johannes des St. Johannisklosters zu Lübeck ausgestellten Urkunde heißt es: "Diese Kirche haben wir gebaut, damit durch Nähe und Bequemlichkeit des Gottesdienstes desto leichter Leute zum Ausroden, Bebauen und Bewohnen des vorher wüsten, unbebauten und unbewohnbaren Waldes angereizt würden." Kolonisierung und Christianisierung des Landes gingen Hand in Hand.

Nach vier Jahrhunderten heißt es im Protokoll einer Kirchenvisitation von 1641:


"Mit dem Kirchengebäude hat es eine armselige Gelegenheit, die siehet fast einer Scheunen ähnlicher als einem Gotteshause ... das Mauerwerk zerrissen, allenthalben baufällig."
Als die glatte Feldsteinmauer im Osten der Kirche einstürzte, wurde sie 1693 durch eine apsisähnliche Rückwand ersetzt und der Altarraum erhielt seine jetzige Form. Eine hiesige Ziegelei in Neversdorf lieferte die roten Backsteine.


Bild Der Altar aus dem Jahre 1762 wird der Werkstatt Georg Moser aus Eutin zugeschrieben. Die Figuren stellen die vier Evangelisten mit ihren Symbolen dar: Matthäus mit der Bibel, Johannes mit dem Adler, Lukas mit dem Stier und Markus mit dem Löwen. Das auf Bleiblech gemalte eine Kreuzigungsszene darstellende Altarbild ist älter als der Altar und beeindruckt mit seiner Hell-Dunkel-Wirkung: In der Dunkelheit von Leiden und Sterben erringt Gott den Sieg am Kreuz auf Golgatha.

Die steinerne Tischplatte des ersten Altars wurde an der Wand rechts vor dem Eingang zum Kirchenraum angebracht.

Die aus Eichenholz geschnitzte Kanzel ist ein Geschenk des Bischofs Hans von Lübeck und seiner Gemahlin aus dem Jahre 1647. Es ist das älteste Inventar der Kirche und trägt die Wappen der Spender. Die beiden Felder an den Seiten erinnern an Glaube und Liebe als der von der Kanzel zu predigenden Botschaft.

Bild Der von der Decke hängende Taufengel hält eine in einen Loorbeerkranz eingelassene Taufschale und übernahm 1759 die Funktion einer auf hölzernen Füßen stehenden Granitschale. Die im 18. Jahrhundert in den norddeutschen Kirchen beliebten Taufengel wurden so aufgehängt, dass sie zur Taufe abgesenkt werden konnten. Sie symbolisieren die öffnung des Himmels für die Getauften.

Hinter dem Taufengel steht an der Südseite der Kirche das 1884 erneuerte Fürstengestühl des Herzogs von Oldenburg, dem Kirchenpatron, und seiner Familie. Die Krönung des Gestühls, das von Löwen gehaltene herrschaftliche Wappen der Fürstbischöfe von Lübeck stammt aus dem Jahre 1667.


Bild Der Kirchturm mit dem heutigen Haupteingang wurde von 1852 bis 1857 geplant und gebaut, nachdem ein im Südwesten des Kirchhofes stehender hölzener Glockenturm wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Ein Jahr später setzte der Eutiner Uhrmachermeister Harkensee die Uhr ein.

Die Orgel wurde 1884 vom Orgelbauer Marcussen und Sohn aus Appenrade gebaut (Renovierung 1972). Aus diesem Grund wurde damals das schadhafte Kirchendach erneuert und die Holzdecke wurde durch das Tonnengewölbe ersetzt.

Infolge des Krieges ist nur ein alter Kronleuchter erhalten geblieben. Ein neuer Leuchter wurde 1962 vom damaligen Kirchenvorstand gestiftet. In jenem Jahr wurde der Chorraum mit den hellen Marmorfliesen ausgestattet und eine weitere Stufe eingezogen. Diese Maßnahmen und umfassende Renovierungen 1987/88 gaben dem Innenraum der Kirche sein heutiges Aussehen. Die letzte Baumaßnahme war die Erneuerung des Kirchturm Daches im Jahre 2002.

Im Jahr 2015/16 hat der Kirchengemeinderat weitere Erneuerungs- und Umbaumaßnahmen geplant:

Durch Entnahme der fünf letzten Bankreihen unter der Empore soll bei geschickter Ausleuchtung eine großzügige Fläche entstehen, ohne das historische Bild des Kirchenschiffes wirklich gravierend zu verändern. Dieser Raum wird regulär mit Stühlen besetzt sein, eröffnet aber auch zahlreiche andere Nutzungsmöglichkeiten. Bei Bedarf soll er mit einer mobilen Faltwand aus Glas abgetrennt werden können.


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Computersimulation einer Variante zur Gestaltung der neuen Gedenkhalle in der ehemaligen Leichenhalle neben der Kirche. Quelle: Stoelken&Schmidt, Hamburg
Im Zuge dieser Modernisierungsmaßnahmen wird zunächst auch eine neue Heizungsanlage sowie ein behindertengerechtes WC im Eingangsbereich rechts geplant.

Auch der Raum auf der Empore wird entkernt und bestuhlt und mit einem neuen Fußboden versehen.

Die Ehrenhalle wurde zwischenzeitlich aus der Turmhalle entfernt. Geplant ist jedoch, einen modernen Gedenkort mit den Erinnerungstafeln an die Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts in der Leichenhalle, unmittelbar neben der Kirche, einzurichten.


Mit diesen anspruchsvollen Aufgaben ist das Architekturbüro Mißfeldt und Kraß aus Lübeck betraut. Wir rechnen mit einer Fertigstellung der diversen Bauabschnitte bis 2019.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Kirche zu erhalten als Zeugnis des Glaubens in und als Ort, an dem sich die Gemeinde zusammenfindet und Menschen Kraft und Ermutigung geschenkt wird.

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